Wie ich Minimalismus in meinen Alltag integriere…

… ohne, dass es mir an irgendetwas fehlt. Geht das überhaupt? Und was bedeutet “Minimalismus” für mich eigentlich? Diesem Thema möchte ich im heutigen Beitrag auf den Grund gehen.

Denn Minimalismus ist ja heutzutage in aller Munde. Das Leben ohne viel Ballast zu gestalten, das wünschen sich viele Menschen in dieser Zeit des Überflusses. Aber ist weniger wirklich mehr? Und wie erreicht man ein minimalistischeres Leben – bezogen auf alle Bereiche und kann das wirklich glücklicher machen?

Bedeutet Minimalismus, weniger Kleidung, weniger Möbel, weniger Deko – allgemein weniger Dinge – zu besitzen? Bedeutet es, ständig auszumisten, damit sich ja nichts ansammelt? Bedeutet es, nicht im Luxushotel, sondern im Campervan Urlaub zu machen? Bedeutet es, weniger Quadratmeter zu bewohnen, schlichte Kleidung zu tragen oder sich gar allen weltlichen Gütern zu entsagen?

Mein alltäglicher Minimalismus

Für mich persönlich bedeutet es ein bisschen von all diesen Dingen. Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein. Ich brauche nicht ständig neue Kleidung (ich trage ohnehin ständig die gleichen 3 Yogahosen, die gleiche Jacke, die gleichen Schuhe), ich besitze genau die Möbel, die ich brauche, ich koche einfaches, aber gesundes Essen von höchster Bio-Qualität, aber dafür weniger große Mengen. Ich stelle mir wenig Dekoelemente in die Wohnung und mag es einfach clean und simpel, das beruhigt meinen ohnehin wilden Geist und meine Augen.

Und wenn ich mir dann doch mal etwas anderes anziehe, als Yogahose und -oberteil, dann mag ich Kleidungsstücke, die zeitlos und ewig tragbar sind – wie mein weißes Oysho-Maxikleid aus Baumwollspitze**. Perfekt für Mallorca, aber auch für den hoffentlich bald kommenden Sommer bei mir zu Hause. Dazu trage ich Accessoires aus Bast, ein wunderbar nachhaltiges Material, das ewig hält (Tasche und Hut besitze ich schon seit Jahren!) und Balletschuhe aus veganem Leder.

Auch was das Reisen betrifft, kann man mich sehr einfach glücklich machen – zum Beispiel mit einer Woche im kleinen, ruhigen Sa Caseta Mallorca, wo ich selbst koche, jeden Morgen eine Zitrone im Garten für mein basisches Zitronenwasser pflücke und den Rest des Tages lange Ausflüge unternehmen kann. Oder ein einfacher Wanderurlaub in den Bergen – mit Rucksack unterwegs in der Natur, traumhaft! Mehr brauche ich eigentlich wirklich nicht – und selbst diese Reisen sind absolut optional für mein persönliches Glück, denn auch hier zu Hause kann ich wunderbar wandern gehen und im Garten bei einem leckeren Kaffee mal die Seele baumeln lassen.

Was das yogische Yama Aparigraha mit Minimalismus zu tun hat

Aparigraha ist das fünfte yogische Yama im Ashtanga-Yoga nach Patanjali und bedeutet soviel wie “nicht anhaften, nicht begehren”. Es geht hier um das Thema Habsucht und dass wir ständig das Gefühl haben, mehr haben zu wollen, um uns besser oder wertiger zu fühlen.

Wir sind nie lange zufrieden, mit dem, was wir haben und erhoffen uns durch das Anhäufen von Gütern Glückseligkeit, was natürlich ein Trugschluss ist. Nach jeder neuen Sache, die wir uns zulegen, verschwindet schnell die große Freude wieder und wir begehren etwas Neues, noch besseres, mit dem wir dann bestimmt glücklich sind – doch auch bei der nächsten Anschaffung verschwindet die Begeisterung schnell wieder und so weiter und so fort… Und damit wir uns ständig neue Dinge leisten können, müssen wir mehr Geld verdienen, also mehr arbeiten, wodurch wir weniger Zeit haben für die Momente, die wirklich wertvoll im Leben sind – nämlich Zeit mit anderen Menschen, mit Tieren, in der Natur, bei Erlebnissen, in denen wir uns intensiv selbst spüren können und die Zeit vergessen – zum Beispiel beim Sport!

Alles, was wir wirklich brauchen steckt also eigentlich schon in uns und kann nicht mit Geld gekauft werden.

Doch wo mit dem minimalistischeren Leben anfangen?

Mir persönlich hilft es tatsächlich, alle halbe Jahre auszumisten und zu schauen, ob ich die Dinge, die ich angehäuft habe, wirklich brauche und wenn die Antwort “Nein” ist, dann zu sehen, wem ich mit diesen Dingen noch eine Freude machen kann. Flohmärkte oder Sachspenden sind eine tolle Möglichkeit, Dinge weiterzugeben, die man selbst nicht mehr verwendet.

Außerdem versuche ich, Impulskäufe (zum Beispiel, um mich zu belohnen) zu vermeiden. Stattdessen überlege ich, bevor ich etwas kaufe, immer viele Tage oder bei größeren Anschaffungen auch mal Wochenlang, ob ich diese Sache wirklich wirklich wirklich brauche, oder ob es mir hier vielmehr um die Befriedigung einer Lust geht und ich eigentlich etwas ganz anderes suche – zum Beispiel Bestätigung von außen.

Manchmal kaufe ich die Kuscheldecke dann trotzdem, ich bin schließlich auch weit entfernt von “perfekt”, aber oft gelingt es mir, zu verzichten, was mich am Ende viel glücklicher macht.

Ihr seht, mit dem Minimalismus ist das gar nicht so leicht, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an alles und auch ein gesundes Verhältnis zu Shopping ist zu erlernen. Man muss nur geduldig mit sich selbst sein – wie in allen Lebenslagen.

**selbst gekauft, kein Affiliate-Link