Kombucha ist bereits seit fast 2.000 Jahren bekannt! Es ranken sind zahlreiche Legenden um das Getränk aus dem „Wunderpilz“, die sich je nach Kultur und Land unterscheiden.

Eine Legende besagt, dass Anno 414 nach Christus ein koreanischer Wanderarzt mit dem Namen Dr. Kombu eine Audienz beim japanischen Kaiser Inkyo hatte. Der Kaiser bat den Arzt aufgrund eines Magenleidens zu sich.

Mithilfe des „Wundergetränks“ gelang es Kombu, die Leiden des Kaisers zu lindern. Dank Mundpropaganda sprach sich die Wirkung des Getränks wie ein Lauffeuer herum und die Menschen gaben diesem den Namen „Kombucha“. Die Silbe -cha bezeichnet dabei einfach das japanische Wort für „Tee“. Also „Tee des Dr. Kombu“. (Fairment.de).

Kombucha ist aber, abseits von Sagen und Mythen, vor allem eines: süß-säuerlich lecker und vor allem für den Darm extrem gesund! Und das fermentierte Teegetränk hat sich mittlerweile auch in unserer westlichen Kultur etabliert. Jedenfalls in Bio-Läden finden sich allerlei Kombucha-Getränke von Marken wie Fairment, Voelkel oder Kombuchery und im herkömmlichen Supermarkt auch in der pasteurisierten – dann aber leider nicht mehr probiotischen – Version von Carpe Diem. Dann ist es einfach nur noch ein säuerlicher Softdrink.

Doch was ist Kombucha eigentlich?

Kombucha [kɔmˈbut͡ʃa] ist ein Getränk, welches durch die natürliche Fermentation von Grün – oder Schwarztee mit Hilfe einer Kombucha-Kultur, auch SCOBY (bedeutet “Symbiotic Culture of Bacteria and Yeasts” – eine “Symbiose aus Bakterien und Hefen”) genannt, entsteht. Durch alkoholische Fermentation baut der SCOBY den zum Tee zugegebenen Zucker zu Kohlenstoffdioxid und Ethanol ab. Der Alkoholgehalt im Kombucha-Getränk variiert zwischen 0,5% und 2,0% Alkohol und obwohl für den Fermentationsprozess pro Liter Tee etwa 90 – 100 Gramm Zucker zugegeben werden, bleibt, je nach Fermentationsdauer, im fertigen Kombucha gerade noch ein Prozentsatz von etwa 3 – 5 % Zucker übrig!

Wie andere fermentierte Lebensmittel auch, etwa Sauerkraut oder Kimchi, wird dem Kombucha eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Außerdem soll er das Immunsystem, vor allem im Darm, stärken und dabei die Darmflora aufbauen. Wichtig ist dabei aber, dass der Kombucha nicht pasteurisiert wird, da dadurch die lebenden Kulturen abgetötet werden und sich dadurch keine probiotische Wirkung mehr einstellen kann.

Kombucha-Getränke selbst herstellen: ist das kompliziert?

Wenn ihr gern und viel Kombucha trinkt und euch den – zugegebenermaßen relativ hochpreisigen – Kombucha in Flaschen nicht immer kaufen wollt, lohnt es sich, über die eigene Fermentation zu Hause nachzudenken. Das ist mit etwas Übung überhaupt nicht kompliziert, es gibt bloß einige Dinge zu beachten.

Das Wichtigste an der ganzen Sache ist Hygiene!!! Verwendet immer saubere Gefäße, arbeitet nur mit gewaschenen Händen und gereinigtem Besteck, damit sich kein Schimmelpilz auf dem SCOBY bilden kann. Auf Hygiene zu achten ist schonmal die halbe Miete, sonst können sich unerwünschte, schädliche Mikroorganismen vermehren und ein gesundheitsschädliches Endprodukt produzieren. Bei einer ungewohnten Veränderung von Farbe und Geruch oder erkennbarer Schimmelpilzbildung muss die gesamte Kultur verworfen werden, um Gesundheitsrisiken auszuschließen.

Die Kombucha-Kultur kann sich durch Gasbildung aus der Flüssigkeit heben. Zur Vermeidung von Schimmelbildung muss der Pilz immer Kontakt zur Flüssigkeit haben. Anders als bei der Essigherstellung, wo die Essigmutter regelmäßig untergerührt wird, drückt man den Kombuchapilz leicht „unter Wasser“.

Das Kombucha-Getränk wird traditionell aus starkem, gezuckertem Schwarz- oder Grüntee hergestellt. Am besten verwendet man Bio-Rohrzucker und Bio-Schwarz- und Grüntees, denn je hochwertiger die Basis, desto gesünder ist das Endprodukt.

Den SCOBY selbst bekommt ihr bei verschiedenen Anbietern im Internet oder über Bekannte und Freunde – hört euch mal um! Denn wenn man einmal angefangen hat, mit seinem SCOBY zu züchten, dann wächst er doch recht rasant und man kann ganz leicht alle paar Wochen eine dicke Scheibe der Kombucha-Kultur an andere interessierte Kombucha-Brauer abgeben. Wenn man ihn gut pflegt, kann man einen SCOBY übrigens sein ganzes Leben lang verwenden!!

Kombucha-Getränke selbst herstellen: so geht’s!

Tipp: ihr müsst gar nicht unbedingt einen fertigen SCOBY kaufen, sondern könnt ihn auch mit einer Flasche Kombucha (nicht pasteurisiert, also mit lebenden Kulturen!) selbst ganz neu züchten!

Wie das genau geht und generell für alle Infos zu der Frage, wie man Kombucha selbst ansetzt, möchte ich euch gerne *[dieses YouTube Video]* ans Herz legen! Felix erklärt humorvoll und auch für absolute Kombucha-Neulinge ganz wunderbar, wie man einen neuen SCOBY züchtet und wie man generell Kombucha ansetzt. Genau so mache ich es auch und empfehle jedem von euch, es auch so zu tun, dann kann wirklich nichts schief gehen!

Meine liebsten Kombucha-Varianten sind übrigens 1) Earl Grey (nach der Fermentation gebe ich noch Ingwer und Limette für eine Zweitfermentation in der kleinen Flasche dazu) und 2) Grüntee-Mate mit dem Yogi Tea “Grüne Energie” als Grundlage! Einfach köstlich!

Ich hoffe, euch hat mein Artikel zum Thema Kombucha gefallen und wenn ihr auch gern Saures und Fermentiertes mögt, habt ihr ja jetzt vielleicht auch Lust bekommen, euren eigenen Kombucha zu brauen! Habt keine Scheu vor dem glibberigen SCOBY, er beißt nicht und ist auch sonst sehr pflegeleicht! Viel Spaß mit eurem Kombucha!



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