Meditation ist für Jeden: Wege, im Hier und Jetzt zu sein

„Meditation – das ist nichts für mich!“ Hast du dich das auch schon einmal denken oder sagen hören? Vielleicht hast du Meditation aber auch schon das eine oder andere Mal probiert, aber durch das lange Sitzen Schmerzen im Rücken oder eingeschlafene Beine bekommen? Vielleicht hast du aber auch einfach keinen Effekt in deiner Meditation gespürt, weil dich deine Gedanken ständig abgelenkt haben und du nicht zur Ruhe kommen konntest? Es gibt viele Gründe, warum Meditation vielen Menschen schwer fällt… im heutigen Artikel möchte ich zeigen, dass Meditation nicht gleich Meditation ist und dass es wirklich für jeden Menschen die richtige Art und Weise gibt, seinen Geist zu beruhigen und im Hier und Jetzt zu sein.

Ich selbst meditiere beinahe täglich zum Sonnenaufgang für 30 – 45 Minuten und ziehe daraus unendlich viel Kraft und innere Ruhe. Ich bin weniger nervös, weniger gestresst und einfach viel fokussierter durch diese Routine. Aus diesem Grund möchte ich auch dir diese Methode an die Hand geben, damit sich vielleicht auch dein Leben verbessert und viel leichter wird.

Woher kommt Meditation?

Vielen Menschen ist Meditation allerdings aus verständlichen Gründen eher suspekt. Die Gründe dafür sind vielseitig: vielleicht hört sich Meditation zu sehr nach fernöstlicher Religion oder New Age Bewegung an. Anderen ist das Thema Meditation zu spirituell oder zu Hippie-mäßig. Man denkt beim Thema Meditation schnell an dünne, männliche, sehr alte Yogis, die jahrelang meditierend in Stille auf einem Stein sitzen. Das ist für uns schon ziemlich weit weg und sicher nicht die Art Meditation, die wir uns für uns selbst vorstellen können.

Meditation hat natürlich eine lange, sehr lange Tradition in der fernöstlichen Welt, ist aber in unserer heutigen, stressigen Zeit und auch in der aktuellen Corona-Situation ein beliebtes Tool geworden, um mit Stress und Angstzuständen besser umzugehen. Damit hat Meditation auch in der westlichen Welt einiges an Beliebtheit gewonnen – nicht zuletzt durch Apps wie „Mindspace“, „Insight Timer“ oder „Calm“ – alle zu finden im App-Store.

Traditionell gesehen finden sich klassische Meditationstechniken tatsächlich vorsätzlich in fernöstlichen Religionen wie etwa dem Hinduismus, dem Buddhismus, dem Taoismus oder zum Beispiel dem Jainismus. Diese traditionellen Meditationstechniken bedeuteten oft, über lange Zeitperioden hinweg in Stille zu sitzen und altertümliche Yoga-Texte beschreiben Meditation als eine Praxis, um Selbsterkenntnis und Erleuchtung zu finden.

Meditationstechniken für die heutige Zeit

Natürlich ist es nicht Jedermanns Sache, über viele Minuten und Stunden in Stille zu sitzen, um Gedankenleere und schließlich zur Erleuchtung zu gelangen. Wer einfach etwas Ruhe in seinem Geist erreichen möchte oder weniger gestresst sein will, um damit geistige Stärke und Flexibilität im Alltag zu finden, der hat eine große Auswahl an Meditationstechniken, die genau dabei helfen können. Und übrigens: man muss dazu nicht am Boden im Schneidersitz sitzen – auch auf einem Stuhl oder in Bewegung ist Meditation durchaus möglich! Die folgenden Techniken habe ich in meiner 200-Stunden Yogalehrerausbildung gelernt und wende sie alle regelmäßig an…

1. Zen-Meditation

Diese Meditationsform, die aus dem Buddhismus kommt, bedeutet, die eigenen Gedanken, die kommen und gehen, wertfrei zu beobachten. Dabei bleibt man an keinem der Gedanken hängen – man wird stattdessen zum Beobachter der eigenen Gedanken und befindet sich dadurch automatisch im Hier und Jetzt. Man lässt „einfach“ los und akzeptiert die Gedanken, die kommen und wieder gehen. Während man also seine Gedanken beobachtet, wie sie durch einen hindurch fließen, werden die Lücken zwischen den einzelnen Gedanken immer länger, sodass man nach und nach zur geistigen Ruhe und der gewünschten „Leere“ im Geist kommt. Hier kommt man zur gewünschten, kompletten inneren Stille der Gedanken – dem letztendlichen Ziel der Meditation.

2. Atem-Meditation

Wer sich in seiner Meditation nur auf den Atem fokussiert, erlangt bald erste Erfolgserlebnisse. Vor allem mit der Hilfe von Apps wie „Calm“, die einem kostenlos einen Atemrhythmus vorgeben, oder dem einfachen Zählen von Einatmen, Pause, Ausatmen, kann man sich sehr gut darauf fokussieren und alle anderen Gedanken loslassen. So erlangt man schnell Stille in Gedanken und kommt zur Ruhe. Diese Atemtechnik ist vor allem für Anfänger der Meditation sehr gut geeignet, da sie einen klaren Fokus bietet.

3. Mantra-Meditation

Viele Religionen verwenden Mantra-Meditationen und zwar nicht nur fernöstliche. Auch das intensive Beten im Christentum oder dem Islam könnte man als Mantra-Meditation beschreiben. Durch das Chanten von Wörtern oder Sätzen, zum Beispiel „OM / AUM“ oder dem Beten zu bestimmten Gottheiten erreicht man das Gefühl, eins zu sein mit seiner Umgebung und Gott und ist natürlich seinem Gottesbild dadurch auch um einiges Näher. Das Chanten/Singen hilft mir übrigens sehr, auch ohne religiös zu sein, sehr, um meine Gedanken auf das Gesungene Wort zu fokussieren. Dabei empfinde ich absolute Gedankenleere, was sehr angenehm ist. Diese Meditation empfehle ich wirklich jedem, denn sie ist sehr stark und wunderschön. Aber warne deine Nachbarn, bevor du eine halbe Stunde lang inbrünstig OM singst, hehe!

4. Geleitete Meditation

Geleitete Meditationen sind in der westlichen Welt aktuell sehr beliebt. Man findet sie in Meditations-Apps, auf YouTube oder auf Websites im Internet, oder man nimmt an Meditations-Workshops teil, bei denen ein Lehrer eine Meditation mit seinen Worten anleitet. Die geleitete Meditation führt den Schüler durch lebendige Visualisierungen wie etwa Naturerlebnisse oder Reisen ins eigene Selbst. Diese Meditationen helfen dabei, Stress zu reduzieren oder auch, um Schlafstörungen zu mindern.

5. Achtsamkeits-Meditation

„Mindfulness-Meditation“ ist hier das Stichwort. In dieser Meditation richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Jetzt und auf die Gefühle, die uns durchströmen. Hier können wir zum Beispiel durch unseren Körper, von Kopf bis Fuß, scannen und jeden Teil aktiv bemerken und entspannen. So ist unser Geist nur auf den Körper fokussiert und kann auf diese Art und Weise zur Ruhe kommen. Auch im Alltag kann man Achtsamkeit üben – zum Beispiel kann man jede Treppenstufe ganz bewusst steigen, das Teewasser bewusst eingießen, auf die Wärme, den Duft und die Geräusche achten oder ganz achtsam essen und dabei jedes Aroma, jeden Geschmack ganz bewusst wahrnehmen. Diese Art der Meditation ist absolut alltagstauglich und kann in jeder Situation angewandt werden – deshalb mag ich sie besonders gern.

6. Dankbarkeits-Meditation

Wie oft sind wir eigentlich wirklich dankbar für all das, was in unserem Leben ist? Jedenfalls nicht genug – ich denke, da sind wir uns einig. Deshalb ist die Dankbarkeits-Meditation für mich so wunderschön. Dabei setzt man sich mit einem Stift und einem Notizheft oder Dankbarkeits-Tagebuch an einen Ort, an dem man sich wirklich wohl fühlt – für mich ist das in der Natur – und fokussiert seine Gedanken auf all die Dinge, für die man in diesem Moment dankbar ist. Das kann alles sein, von Gesundheit über die Luft, die wir atmen, über die Menschen, die in unserem Leben sind, über das Essen, was uns zur Verfügung steht und vieles mehr…. und schreibt sie dann auf, am besten in der Form „Ich bin dankbar für…“ Diese Meditation verändert die Sichtweise auf das Leben komplett und, wenn man sie regelmäßig praktiziert, man wird dadurch wirklich ein glücklicherer Mensch.

7. Geh-Meditation

Bei der Geh-Meditation beobachtet man sich selbst – beim achtsamen Gehen. Man richtet dabei seine Aufmerksamkeit auf das Aufsetzen, das Platzieren und das Anheben der eigenen Füße, während man achtsame, langsame Schritte geht. Dabei beobachtet man aufmerksam und bewusst alle Sinneserlebnisse, die sich einem eröffnen, was zu einer Beruhigung des Geistes führt. Auch hier fokussiert man die Gedanken auf eine Sache: das Gehen. Besonders gerne mache ich Geh-Meditationen barfuß in der Natur – zum Beispiel in einem Garten oder Park.

8. Dynamische Meditation / Tanz

Aktives Tanzen und Ausschütteln hilft dabei, sich selbst stark in seinem eigenen Körper wahrzunehmen und dabei aus den Gedanken in das Hier und Jetzt zu treten. Bei dieser Art von Meditation bewegt man sich energetisch für ca. 1 Stunde und kommt dabei richtig ins Schwitzen – danach findet man sich in Still in einem ruhigen Sitz ein und beobachtet die Vibrationen im eigenen Körper, die uns alle verbinden. Diese Mediation wurde übrigens von Osho bekannt gemacht – einem Guru und kontroversen Heiler, der noch immer viele Anhänger auf der ganzen Welt hat.

Was die passende Art von Meditation für dich ist, kannst du nur herausfinden, indem du alle Arten der Meditation mehrfach ausprobierst und dich und deine Gedanken dabei genau beobachtest. Bei der Methode, in der dein Geist am ruhigsten ist, findest du die perfekte Meditation für dich selbst.

PS.: In Zukunft wird es auf meinem YouTube-Kanal Yoga with Ricarda* auch einige geleitete Meditationen und Yoga-Nidras geben, an denen du kostenlos teilnehmen kannst, um deinen Geist zu beruhigen und im Hier und Jetzt anzukommen. Also halte die Augen offen, folge mir auf Instagram @catsanddogsblog und teile gern deine Gedanken zum Thema Meditation in den Kommentaren mit mir!



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3 Comments

3 Comments on Meditation ist für Jeden: Wege, im Hier und Jetzt zu sein

  1. Luisa
    Dienstag, der 19. Mai 2020 at 07:07 (3 Monaten ago)

    Spannendes Thema… vielleicht sollte ich auch mal probieren, zu meditieren. Danke für diesen Artikel :-)

  2. Leni
    Sonntag, der 7. Juni 2020 at 20:20 (2 Monaten ago)

    Wunderschöner Beitrag! Wow!!!

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