Liebe Bloggerwelt: Wie wär’s denn einfach mal mit Hinnehmen und Liebhaben?

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Ein Plädoyer für mehr Nächstenliebe, die unter Bloggern doch auch nicht unmöglich sein kann.

Ihr Lieben, manchmal frage ich mich echt, ob die Menschen das Lieben verlernt haben. Natürlich vorrangig im Bezug auf all die schrecklichen Geschehnisse auf der Welt, aber auch im Kleinen. In unserer abgeschlossenen, weiß gemalten Bloggerwelt. Irgendwas läuft da gewaltig schief… Der Auslöser für diese Gedanken? Ein Treffen mit der lieben Jane von Shades of Ivory vor wenigen Tagen in Hannover. Wir saßen auf einer grünen Wiese, vor uns das hässliche Ihmezentrum, in der Hand ein Bier, und philosophierten über Gott und die Welt, aber natürlich auch über „diese Blogger“, zu denen wir ja auch selbst gehören…

Es ging in unserem Gespräch vorrangig um Instagram, natürlich. Es geht ja ohnehin momentan nur noch um Instagram hat man so das Gefühl. Meine liebe Nina hat dazu auch gerade einen „hübschen“ Post geschrieben. Wir sprachen darüber, wie blöd es ist, dass wir von vielen Kunden und Agenturen, obwohl wir Blogger (mit Blog und so!) sind, nur noch an unseren „Insti-Followern“ gemessen werden, dass man mit 10K auch genau so gut nach Hause gehen kann. Wir redeten darüber, wie manche Leute hier hetzen, da haten, hier missgünstig sind und dort beinahe Rufmord begehen und dass das doch alles echt ziemlich schade ist.

Sie erzählte mir auch, wie eine andere Bloggerin im direkten Gespräch mit ihr schlecht über mich geredet hätte… aber das Interessante? Es regte mich nicht auf. Ich war auch nicht enttäuscht, so wie ich es früher vielleicht gewesen wäre. Die Info hat mich echt nicht gekickt, denn ich denke, ich stehe mittlerweile absolut über den Dingen.

Das bedeutet nicht, dass ich eine „Scheissegal-Haltung“ habe, nein. Die Info von Jane hat in mir bewirkt, dass ich einmal mehr über das Thema „Umgang unter Influencern, Bloggern, Instagrammern…“ nachzudenken begonnen habe – also so richtig, und dass ich immer stärker merke, dass da ganz viel Zwischenmenschliches auf der Strecke geblieben ist. Da ich seit 8 Jahren diesen doch relativ erfolgreichen Blog habe, das Bloggerbusiness von Anfang an kenne und aktiv begleitet habe, konnte ich über die Jahre ganz deutlich die Veränderungen im Verhalten unter den Bloggern beobachten und ich muss ganz ehrlich sagen:

Mich wundert in der Blogosphäre schon lange nichts mehr.

Es gibt mittlerweile 10.000 % mehr Mode-, Beauty- und Lifestyleblogger, Influencer und wie sie sich alle nennen, als zu der Zeit, in der ich mit dem Bloggen begonnen habe. Und mit der Masse der Mädels (ist das bei den Jungs eigentich auch so? Eher nicht, es gibt zu wenige), die auch gerne ein Stück vom Kuchen abhaben wollen (es sei ihnen ALLEN gegönnt!), steigt natürlich auch das Aggressionspotential. „Grr, ich bin doch viel besser (ersetzbar durch: blonder, schlanker, schöner, stylisher, cooler, reicher) als die – warum kriegt die den Job?!“ ist da zur täglichen Routine geworden und natürlich redet man dann auch gerne mal jemanden schlecht, wenns doch dem Business hilft, etwas von der Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Also bitte…

Aber jetzt mal im Ernst, liebe Influencer, Instagrammer, Blogger, Vlogger und wie ihr euch alle nennt (oder genannt werdet):

Es ist doch genug für alle da! Gönnt euch doch den Erfolg gegenseitig!

Ich kann es nicht verstehen, wie heutzutage solche Geschichten wie bei den lieben Mädels von Like A Riot passieren können! Haben jetzt alle endgültig den Verstand verloren? Wo ist die verdammte Nächstenliebe hin? Warum kann man nicht einfach NETT und FREUNDLICH zueinander sein?

Bitte bitte, wenn es so schwer ist, zusammen zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen (ja, der Blogger ist oftmals ein Einzeltier, aber hier und da wird dann ja doch auch tatkräftig das Miteinander gestärkt), dann lasst doch wenigstens die anderen auch ihr Ding machen. Wenn man schon nicht unterstützen mag, dann wenigstens einfach in Ruhe lassen, klappe halten und gut ist!

Hört auf zu spekulieren, ob die Likes und Follower dieses oder jendes Instagram-Profils zusammen passen – freut euch, dass es bei euch passt. Hört auf, zu spekulieren, mit wem sich Infuencer XY jetzt nur für Insta-Fame kurzzeitig angefreundet hat, sondern freut euch, dass ihr über das Bloggen neue, echte Freunde kennen gelernt habt. Hört auf, euch zu ärgern, dass die andere Instagrammerin den Job bekommen hat, der euch erst angeboten wurde, sondern freut euch über eure eigenen zustande gekommenen Koops (und kennzeichnet sie!). Dieses ewige Aufregen über Nichtigkeiten, dieses missgünstige Hinter-dem-Rücken Lästern, diese miesen Touren, wo die eine der Anderen nicht die Butter auf dem Brot gönnt: LEUTE, DAS MUSS AUFHÖREN!

Wie sollen uns sonst unsere Leser, Freunde, Kolleginnen und Kunden überhaupt noch ernst nehmen, wenn in der Bloggerwelt ständig so ein Mist abgezogen wird? Schwierig, oder? Aber die Lösung ist wirklich SOOO einfach! ♥ ♥ ♥ Wenn wir es nicht einmal untereinander hinbekommen, wie können wir dann all den Hass auf der Welt verurteilen? Wir sollten es wenigstens im Kleinen hinbekommen, uns alle zu schätzen und zu achten, oder nicht?

Bitte zeigt mir, dass ich nicht alleine bin: wer von euch ist auch für mehr Nächstenliebe unter Bloggern? Und unter den Menschen der Welt im Allgemeinen? Und was kann man da tun, damit es wieder besser wird?

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7 Comments

7 Comments on Liebe Bloggerwelt: Wie wär’s denn einfach mal mit Hinnehmen und Liebhaben?

  1. Frank Lin
    Montag, der 25. Juli 2016 at 09:40 (4 Jahren ago)

    Finde den Beitrag sehr gut. Er ist irgendwie anders als die meisten anderen „kritischen“ Beiträge zu diesem Thema
    weil du nicht einfach nur mit dem Finger auf andere zeigst. Wir sind schließlich alle irgendwie ein Teil des Ganzen.

    Und ja, das gibt es sehr wohl auch bei den Jungs. Leider – am Anfang dachte ich wirklich,
    wir wären was das angeht wesentlich entspannter.

    Liebe Grüße!
    Frank

  2. Patricia
    Montag, der 25. Juli 2016 at 13:18 (4 Jahren ago)

    Interessanter Beitrag! Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es bei den „kleinen“, nicht so bekannten Bloggern doch noch einigermaßen freundschaftlich zugeht. Gerade jetzt, wo ich in eine neue Stadt gezogen bin, sind andere Blogerinnen ein guter Anlaufpunkt, was ich echt schön finde:)

    Liebe Grüße, Patricia
    http://www.rebelrosefashion.com

  3. Daniela
    Dienstag, der 26. Juli 2016 at 08:14 (4 Jahren ago)

    Das Thema hört irgendwie nie auf, schade eigentlich. Dabei wäre es so einfach, wenn man sich nicht ständig mit anderen vergleichen würde. Ich mag Menschen lieber, die ihren eigenen Weg gehen und sich selbst verwirklichen statt anderen Menschen hinterherzujagen, um sie zu überholen. Das ist doch das interessante, das wir alle anders sind. Und du hast vollkommen recht, es ist für jeden genug Kuchen da.

    Liebst Daniela
    von http://www.cocoquestion.blogspot.de

  4. Ivory
    Dienstag, der 26. Juli 2016 at 12:54 (4 Jahren ago)

    Sehr interessanter und schöner Beitrag, Ricarda. Ich stimme dir in allem was du sagst zu. Wir sollten mehr füreinander sein, statt gegeneinander. Mehr Nächstenliebe, statt Ellenbogendenken.
    Die Bloggerin von der ich dir erzählt habe, hat nicht in dem Sinne über dich gelästert, aber eben etwas erzählt, was nicht stimmte. Das konnte ich natürlich so nicht stehen lassen und aufgeklärt. Ich finde es wirklich Schade, dass solche Unwahrheiten auch nach langer Zeit immer noch in den Köpfen der anderen sind und man sich selbst gar nicht dagegen wehren kann. Man sollte sich einfach auf sich konzentrieren und nicht immer bei anderen sein.
    Ich habe deinen Beitrag übrigens in der Bahn gelesen und musste lachen, als ich bei dem „hässlichen Ihmezentrum“ angekommen war :-D.

    Ganz liebe Grüße

  5. Ivy
    Dienstag, der 26. Juli 2016 at 21:21 (4 Jahren ago)

    Echt ein toller Post! Dieses ganze „Gehate“ und der Neid sind wirklich derzeit überall zu finden…Das ist eine sehr traurige Entwicklung… Bloggen soll Spaß machen, bloggen soll verbinden! Aber so wie es momentan aussieht, geht es nur noch darum die Ellenbogen auszufahren…

    Liebe Grüße
    Ivy von http://www.fashion-ahoi.com

  6. Andrea
    Mittwoch, der 27. Juli 2016 at 15:54 (4 Jahren ago)

    Richtig toller Post! Ich habe meinen ersten Blog 2009 gestartet (bis 2013) und hatte dann bis Mai dieses Jahr eine Pause. Ich habe aber weiterhin Blogs gelesen und da auch ohne die Leute persönlich zu kennen einiges mitbekommen..das finde ich schade.. Und mit Instagram habe ich sowieso so eine Hass-Liebe…manchmal überlege ich es einfach nicht mehr zu nutzen aber wer weiß ob mein Blog dann überhaupt wachsen kann… <3

  7. Jess
    Samstag, der 30. Juli 2016 at 07:57 (4 Jahren ago)

    Wunderbar geschrieben, Liebes!
    Mich erreichen diese hässlichen Dinge nicht so wirklich – mein Blog ist noch sehr klein! :) Hat auch manchmal Vorteile.

    P.S. Ja, das Ihme-Zentrum ist nicht gerade das Schmuckstück von Hannover. :-P

    Liebst,
    Jess